Institut Kunst
Hochschule für Gestaltung und Kunst
Fachhochschule Nordwestschweiz

Atelier Gebäude A 1.10
Oslo-Strasse 3
4142 Münchenstein b. Basel

Tram 11, Station Freilager
T +41 61 228 40 77 
info.kunst.hgk@fhnw.ch
fhnw.ch/hgk/iku
institut-kunst.ch

Postadresse:
Institut Kunst HGK FHNW
Freilager-Platz 1
Postfach
CH-4002 Basel


Newsletter
Twitter
Facebook

Impressum
Archiv

21.03. – 23.03.2016

The Next Society Master Symposium: On Intelligence

Symposium und öffentlicher Vortrag mit Mike Alonzo, Nabil Ahmed und Chus Martínez

•  Institut Kunst der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW

 

 

 Remote1_Ahmed

 

Programm für Studierende CH-Pool

 

Montag 21. März 2016

10:00 – 16:00: Seminar mit Mike Alonzo, Nabil Ahmed und Chus Martinez

Ort: HeK Haus der elektronischen Künste Basel, Freilager-Platz 9, Auditorium

 

Dienstag 22. März 2016

10:00 – 16:00: Mimika Land Rights Project – Seminar mit Nabil Ahmed und Mike Alonzo

Ort: FHNW HGK, Freilager-Platz 1, Ateliergebäude, Raum A 0.11

 

Mittwoch 23. März 2016-03-02

10:00 – 16:00: Seminar mit Mike Alonzo und Nabil Ahmed

Ort: FHNW HGK, Freilager-Platz 1, Ateliergebäude, Raum A 0.11

 

Anmeldung bis 15. März 2016 bei alice.wilke@fhnw.ch

 

 

Öffentlicher Vortrag

 

Dienstag 22. März 2016

18:30 – 20:00: Spatial justice at the threshold: sensing ecological conflict and more-than-human rights – Open Lecture mit Mike Alonzo und Nabil Ahmed

Ort: FHNW HGK, Freilager-Platz 1, Aula im Hochhaus, Raum D 1.04

 

 

 

Das Symposium des Master Studienganges widmet sich dem Thema Intelligenz. Intelligenz: Was heisst das?

 

Lange Zeit über sprach man vom Unterschied zwischen Theorie und Praxis in der Kunst. Viele Jahre nun schon versuchen wir zu begreifen, auf welche Weise sich Kunst von der gesellschaftlichen Rolle unterscheidet, die sie in dieser Gesellschaft spielt. Der Begriff „künstlerische Forschung“ wurde geprägt um deutlich zu machen, dass Künstler_innen nicht nur Objekte oder Performances produzieren oder sich in einem gegebenen Medium bewegen, sondern „Forschung“ als Kunstpraxis betreiben. Doch schon bald bezeichnete dieser Begriff nur noch eine neue Form akademisch-wissenschaftlicher Aktivität, die eben von Künstler_innen betrieben wurde.

 

Das Symposium setzt sich damit auseinander, auf welche Weise Künstler_innen heute ihre Praktiken mit den grundlegenden Fragen verknüpfen – was Leben ist und wie es sich ereignet, wie Zukünftiges durch Erfahrung gestaltet wird und inwieweit Kunst Erfahrung als gänzlich neue Form bestimmt. Kurz gesagt: dieses Symposium wird versuchen Euch mit Diskussionen vertraut zu machen, die dort stattfinden, wo gegenwärtig über Kunst nachgedacht wird.

 

West-Papua ist die zu Indonesien gehörende Westhälfte der Insel Neuguinea der abgelegenen Inselgruppe Melanesien. Es ist reich an Gasvorkommen, Mineralen und Nutzholz. Gemeinsam mit Papua-Neuguinea verfügt West-Papua über fünf Prozent der Artenvielfalt des Ökosystems der Erde. Zugleich ist West-Papua aber auch ein Konfliktherd und die indonesische Armee zeigt auf seinem Territorium starke Präsenz. Seit mehr als einem Jahrzehnt gibt es gegen die indonesische Besetzung Widerstand von Seiten der indigenen Papuaner. Das Militär kann auf eine unrühmlich lange Geschichte des brutalen Vorgehens gegen die Bevölkerung und politischen Proteste zurückblicken, und es gibt zahlreiche gut dokumentierte Fälle von Menschen-rechtsverletzungen, die das erschreckende Bild eines schleichenden Genozids vermitteln. An diesen beiden Tagen des Symposiums werden wir uns über die verschiedenen Herangehensweisen austauschen, mittels derer Umwelt und Gesellschaft kartiert werden, um neue Strategien und Perspektiven entwerfen zu können.

 

 

 

Mike Alonzo ist Experte auf dem Gebiet der Biogeografie und Spezialist für Fernerkundungs-verfahren (Remote Sensing). Biogeografie erforscht die geografische Verteilung von Pflanzen- und Tierarten. Sie beschäftigt sich nicht allein mit den Mustern ihres Vorkommens und Auftretens, sondern auch mit Faktoren, die für Abweichungen innerhalb eines solchen Verteilungsschemas verantwortlich sind. Streng genommen ist die Biogeografie ein Zweig der Biologie, Physiogeografen haben jedoch gerade hinsichtlich des Studiums der Flora einen bedeutenden Beitrag zu dieser Disziplin geleistet. Mike Alonzo wird die Tagung dazu nutzen, seine Forschungsaufgaben zu erläutern, die sich mit der Verbesserung der Ökosystemanalyse befassen. Unter Zuhilfenahme äußerst komplexer Vermittlungssysteme konzentriert sich Mike auf die Beobachtung der Entwicklung von Wäldern und darauf, wie der Bergbau und andere industrielle Maßnahmen Natur und Umwelt geschädigt und die Probleme des Gewässer-schutzes unterschätzt haben.

 

Der Künstler Nabil Ahmed hat geraume Zeit mit dem NASA-Wissenschaftler Mike Alonzo im Rahmen eines Landrechte-Projekts für Mimika in West-Neuguinea zusammengearbeitet. Ziel dieses Forschungsprojekts ist es, die Beeinträchtigung der Pflanzenwelt in Westpapua zu kartieren, die entweder auf die Ableitung säurehaltigen Grubenwassers durch die Grasberg-Mine (die sich im Besitz der Freeport-McMoRan Copper & Gold Inc. befindet) zurückzuführen ist oder auf Einflüsse, die sich durch die Bevölkerungsentwicklung erklären lassen (Rodungen für den Agrarsektor, Urbanisierung), was allerdings selbst wiederum im Zusammenhang mit der Bergbauindustrie zu stehen scheint. Diese Kartierungen haben unterschiedliche Schwerpunkte, wie etwa die animierte Visualisierung der Oberflächenveränderungen in den Jahren zwischen 1987 und 2014. Es gibt eine mit Datumseinträgen versehene Karte der Beeinträchtigungen zwischen 1987 und 2014 sowie eine landscape complexity Karte, die die Anzahl der „Zustände“ jedes einzelnen Pixels zwischen 1987 und 2014 verzeichnet. Zum Forschungsfeld des Projekts gehört auch die zahlenmäßige Erfassung der jährlichen Vergrößerung des Gebietes (ADA), das vom sauren Haldenabfluss betroffen ist. Diese Ergebnisse werden dann mit den betreffenden Produktionsdaten des Bergbauunternehmens verglichen.

 

Chus Martínez hat ihren Hintergrund in der Philosphie und Kunstgeschichte. Bevor sie die Leitung des Institut Kunst an der FHNW HGK übernahm, amtete sie als Chefkuratorin des Museo Del Barrio in New York. Sie leitete die kuratorische Abteilung der dOCUMENTA (13) und war Mitglied der Agenten-Kerngruppe derselben. Zuvor war sie Chefkuratorin am MACBA, Barcelona (2008–2011), Leiterin des Frankfurter Kunstvereins (2005–2008) und künstlerische Leiterin der Sala Rekalde, Bilbao (2002–2005). Für die 56. Biennale von Venedig (2015) kuratierte Chus Martínez den Katalanischen Pavillion mit dem Filmemacher Albert Serra, für die 51. Biennale von Venedig (2005) kuratierte Martínez den zypriotischen Pavillon. 2014/2015 gehörte sie zum Kernteam der der 14. Istambul Bienniale. Chus Martínez doziert regelmässig und publiziert Katalogtexte und Kritiken, für das Artforum und zahlreiche andere internationale Zeitschriften. Ihre Ausstellung The Metabolic Age (MALBA Buenos Aires, 2015–2016) dient als Einleitung einer Publikation mit dem selben Titel, an dem Martínez gerade arbeitet.

 

 

 Bildschirmfoto 2016-03-07 um 10.45.52

 

 

The Master Symposium will be dedicated to intelligence. Intelligence: what does this mean?

 

For a long time, the talk was about the difference between art theory and practice. For many years now we are trying to see how art is different from the social function that art plays in the social. The term „artistic research“ was coined to signalize how artist produce not only objects or performances or act inside a given media but propose a „research“ into the practice of art itself. However, very soon the term named a new form of academic activity performed by artists.

 

This symposium will try to interrogate how artists today are relating their practice to fundamental questions of how life is and takes place, how the futures are shaped by experience and how art is defining experience under a total new form. This symposium, in other words, will try to familiarize you with current debates in art thinking.

 

Artists Nabil Ahmed has been for some time working together with NASA scientist Mike Alonzo in the project Mimika Land Rights Project – West Papua.

 

The aim of this research project is to map the vegetation disturbance in Western Papua that can be attributed to either acid mine drainage from the Freeport-Rio Tinto mine or to population pressures (clearing for agriculture, urbanization) associated with increased mining activity.

The mapping will have different focus like animated visualization of land cover change from 1987 – 2014, dated disturbance map from 1987 – 2014 and landscape complexity map illustrating the number of “states” of every pixel from 1987 – 2014. Also part of the research project is to quantify the growth of the acid mine drainage area (ADA) by year and correlate with existing mine production data.

 

West Papua is the remote Melanesian province of Indonesia that has an abundance of gas, mineral and timber resources. Together with Papua New Guinea, in terms of biodiversity, West Papua contains 5% of the world’s tropical high-biodiversity terrestrial ecosystem. At the same time West Papua is a conflict zone with heavy Indonesian military presence, as there is a decade’s long independence movement waged by Papuans. The military has a long history of dealing heavy-handed with political protest and civilians alike and there are numerous cases of well-documented human rights violations that amounts to a slow genocide.

 

At this two days of the symposium we talk about different approaches of mapping the environment and the society to develop new strategies.

 

 

Nabil Ahmed is an artist, writer and researcher. His transdisciplinary research explores contemporary eco-politics in spatial relation to law, conflict and evidence. More recently he has participated in the Taipei Biennale (2012), Cuenca Biennale (2014), Haus der Kulturen der Welt in Berlin where he has been part of the two-year Anthropocene Project (2013-14) and Dhaka Art Summit (2015) where he was part of the Critical Writing Ensemble. His writings have appeared in academic journals, magazines, and various art and architecture publications recently commissioned by the Office for Contemporary Art Norway (OCA), Third Text, Volume, Architecture and the Paradox of Dissidence (Routlege, 2014) Forensis: The Architecture of Public Truth (Sternberg, 2014) and many others. He is co-founder of Call and Response, a sound art organization based in London. He initiated Earth Sensing Association, a research organisation for the diffusion of knowledge at the intersection of environmental change, conflict and cultural production. He holds a PhD from the Centre for Research Architecture at Goldsmiths, University of London where he is a member of the Forensic Architecture Project. He is a lecturer at The Cass School of Architecture at London Metropolitan University. He is a fellow at Akademie Schloss Solitude in Stuttgart (2014-16). In 2016 he will be leading one of the five interventions strategies as part of the Oslo Architecture Triennale’s core program, In Residence. He lives and works in London.  

 

Mike Alonzo is an expert in biogeography and remote sensing. Biogeology, the study of the geographic distribution of plants and animals, is concerned not only with habitation patterns but also with the factors responsible for variations in distribution. Strictly speaking, biogeography is a branch of biology, but physical geographers have made important contributions, particularly in the study of flora. He will use the session to explain his focus on improving ecosystem analysis. Through very complex systems of mediation, Mike has been focussing on the observation on the development of forests and how mining and other industrial activities have degraded nature and underrate water.

 

Chus Martínez has a background in philosophy and art history. Currently she is the Head of the Institute of Art of the FHNW Academy of Arts and Design in Basel, Switzerland. Before she was the Chief Curator at El Museo Del Barrio, New York. She was dOCUMENTA (13) Head of Department, and Member of Core Agent Group. She was Chief Curator at MACBA, Barcelona (2008–2011), Director of the Frankfurter Kunstverein (2005–08) and Artistic Director of Sala Rekalde, Bilbao (2002–05). For the 56th Biennale di Venezia (2015), Martínez curated the National Pavilion of Catalonia with the filmmaker Albert Serra; for the 51st Biennale di Venezia (2005) she also curated the Cyprus National Pavilion; in 2014/2015 served as alliance of the 14th edition of the Istambul Biennial; in 2008 served as a Curatorial Advisor for the Carnegie International and in 2010 for the 29th Bienal de São Paulo. Martínez lectures and writes regularly including numerous catalogue texts and critical essays, and is a regular contributor to Artforum among other international journals. Her most recent exhibition The Metabolic Age (MALBA Buenos Aires, 2015–2016) serves as a preamble for a book of the same title she is currently working on.

 

 


Institut Kunst
Fachhochschule Nordwestschweiz, Hochschule für Gestaltung und Kunst
Atelier Gebäude A 1.10, Oslo-Strasse 3, 4142 Münchenstein b. Basel

Tram 11 Station Freilager, Freilager-Platz 1, Postfach 22, 4023 Basel
+41 61 228 40 77, info.kunst.hgk@fhnw.ch, fhnw.ch/hgk/iku, institut-kunst.ch

Postadresse:
Institut Kunst HGK FHNW, Freilager-Platz 1, Postfach, CH-4002 Basel


Impressum, Archiv, Newsletter, Facebook, Twitter

icon_institut-kunst_salmon2

 

 

i_institut-art-talks


i_institut-kunst_fbook