Kaspar Müller «Rendering of service in the pitch of the bruise»



23. Februar – 3. März 2019
Vernissage am Freitag 22. Ferbuar ab 18:00

der TANK, Campus der Künste, Freilager-Platz, Basel
der-tank.institut-kunst.ch

Kuratiert von Roman Kurzmeyer

Der Campus der Künste, auf dem sich der Ausstellungsraum der TANK befindet, wird von der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW als ein kulturell-kreatives Cluster verstanden, das sich ständig verändern und optimale Bedingungen für unterschiedliche Akteure bieten soll. Der verglaste Ausstellungsraum ist die Antithese zum White Cube. Es handelt sich um von aussen einsehbaren Raum. Kaspar Müller nutzt den TANK als Vitrine, um das Cluster weiterzuentwickeln. Er bringt eine Poststelle und ein Ärztehaus auf den Campus. Es ist ein Bluff. Untergebracht sind die Services in identischen, industriell vorgefertigten, billigen Holzschuppen, die der Künstler in einem Baumarkt erworben und zu hell ausgeleuchteten Kulissen umgestaltet hat. In den beiden Geräteschuppen wird sein neuer Film Rendering of service in the pitch of the bruise (2019) gezeigt. In der Hauptrolle erleben wir Timothy Lee Standring, der drei Figuren spielt: einen Arzt, einen kranken Postmitarbeiter und einen Koch, der für eine Kleinfamilie ein Abendessen zubereitet. Müllers Film handelt von der umfassenden Ökonomisierung der Gesellschaft, dem daraus resultierenden Arbeitsbegriff und prekären Arbeitsbedingungen. Arbeit wird erst seit dem 19. Jahrhundert positiv bewertet. Es war der französische Philosoph Jacques Rancière, der daran erinnert hat, dass die Kunst bei dieser Umwertung einen bedeutenden Anteil hatte, weil sie die «die traditionell gegensätzlichen Begriffe von herstellender Tätigkeit und Sichtbarkeit in einem Konzept vereinigt».Rendering of service in the pitch of the bruise (2019) ist eine Ausstellung, die diesen positiven Arbeitsbegriff, auf den sich beispielsweise auch Thomas Hirschhorn in seinem Werk bezieht, an einem Ort zur Diskussion stellt, an dem viele junge Menschen sich ein Leben als Künstlerin oder Künstler wünschen.

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